Von Äpfeln und Birnen

12.09.2014 20:49 | News

Es ist Äpfel- und Birnenreifezeit, und da dachte ich sei die Zeit reif dafür, sich diesen Obstsorten in unserem Sprachgebrauch zu widmen.

In der Kulinarik gibt es über diese beiden Obstsorten landauf landab schon jede Menge Literatur, man sollte bloß nicht Äpfel mit Birnen vergleichen oder gar in ein Apfelbäckchen beißen wollen.

Diejenigen, die die Speisen fröhlich verzehren, unterteilt man dann gerne in Apfeltypen und Birnentypen. Ihr wisst schon: nicht Cornetto und nicht Bohnenstange, etwas mehr gerundet halt etwas weiter oben oder eben weiter unten. Und wird’s weitervererbt, dann muss man wohl in den sauren Apfel beißen, denn der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Die Birne aber auch nicht!

Und für all jene, die in Endzeit-Stimmung sind, bleibt vielleicht nur noch eines zu tun – es mit Luther zu halten und ein Apfelbäumchen pflanzen. Meine Sache ist das nicht so, ich glaub an uns und unsere Erde. Das heißt wohl, ich muss mir doch noch einen Ort für meine Allee suchen – keine Pappeln, aber vielleicht Ulmen?

Auf der bisher erfolglosen Suche nach meinem Allee-Standort fand ich jedoch mir bisher unbekannt die Worte „apfelig“ und „äpfeln“, diese dürften aus der mir nicht sooo geläufigen Pferdesprache kommen: Der Apfelschimmel kann apfelig gescheckt sein und dabei auch noch äpfeln, sprich... genau: Pferdeäpfel! Warum auch immer, könnten ja auch Pferdekugeln oder Pferdeknödel heißen – Kuhfladen und Pferdeknödel (Pferdeklöße für unsere weiter west- und nordwärts beheimateten Spracheteilenden).

Das soll einem mal in die Birne gehen! Der Duden sagt übrigens zur Birne „meist eirunde, sich zum Stiel hin verjüngende grüngelbe oder bräunliche Frucht mit saftigem Fruchtfleisch“ – na Mahlzeit. Was das aber mit unserem Kopf da oben zu tun haben soll? Obwohl man kann bematscht sein in der Birne oder eine weiche ebensolche haben oder einen an der Birne oder gar einen einen Riss darin – das dürfte im gesamten deutschen Sprachraum so seine Verbreitung haben.

Getrocknet heißen die Birnen hierzulande ja dann Kletzen (jawoll!) und weiter drüben oder oben Hutzeln und Kruschken (wirklich woar!). Die Schweizer machen daraus dann Birnweggen.

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